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Sparphase vs. Darlehensphase — der Unterschied

Ein Bausparvertrag besteht aus zwei völlig unterschiedlichen Phasen. Jede hat eigene Regeln, eigene Chancen und eigene Herausforderungen. Wer diese Phasen versteht, trifft bessere Entscheidungen.

8 min Lesedauer Anfänger März 2026

Die Sparphase und die Darlehensphase sind wie zwei Akte eines Stücks. Sie folgen nacheinander, aber jede erzählt eine andere Geschichte mit anderen Regeln.

In der Sparphase zahlen Sie monatlich ein. Das Geld sammelt sich an — mit staatlichen Zuschüssen und Zinsen. Das ist die Phase, in der Sie als Sparer aktiv bist. Es’s nicht besonders aufregend, aber es funktioniert zuverlässig.

Die Darlehensphase kommt später. Hier wird das Geld, das Sie gespart haben, zur Grundlage für ein Darlehen. Sie bekommen einen Kredit zu fixen Konditionen und zahlen ihn über Jahre zurück. Für viele ist das der eigentliche Moment, wo der Traum vom Eigenheim real wird.

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Die Sparphase: Aufbau von Vermögen

Die Sparphase ist der erste Akt. Sie sparen regelmäßig ein — üblicherweise zwischen 50 und 300 Euro monatlich, je nach Vertrag. Das Geld wird bei der Bausparkasse verwahrt und verzinst.

Aber das ist noch nicht alles. Der Staat zahlt dazu. Die Wohnungsbauprämie gibt es für Sparer, die unter bestimmte Einkommensgrenzen fallen. Zusätzlich können Arbeitnehmer die Arbeitnehmersparzulage nutzen — bis zu 9 Prozent Rendite, wenn Sie es richtig machen.

Das ist das Besondere: Sie zahlen 100 Euro ein, der Staat zahlt vielleicht 20-30 Euro dazu, und die Bausparkasse verzinst das Ganze. Nach 7-10 Jahren ist ein beachtlicher Betrag zusammengekommen — ohne dass Sie besonders viel dafür tun mussten.

Die Sparphase hat eine Mindestlaufzeit. Sie können nicht einfach nach 2 Jahren kündigen und das Geld abholen. Typischerweise müssen Sie 7 Jahre sparen, bis die Bausparkasse das Darlehen bewilligt. Manchmal geht es schneller, manchmal dauert es länger — das hängt von den Bedingungen ab.

Person am Schreibtisch mit Sparplan und Finanzunterlagen, Taschenrechner und Notizblock, konzentriert bei der Finanzplanung

Hinweis: Die genauen Regelungen für Wohnungsbauprämie und Arbeitnehmersparzulage ändern sich regelmäßig. Dieser Artikel bietet einen Überblick über die Funktionsweise. Für Ihre konkrete Situation sollten Sie sich bei Ihrer Bausparkasse oder einem Finanzberater informieren.

Hypothekenurkunde und Immobilienfinanzierungsdokumente auf einem Schreibtisch mit Hausschlüssel, symbolisiert die Darlehensphase
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Die Darlehensphase: Das Geld wird zum Kredit

Nach der Sparphase kommt der Übergang. Sie haben genug gespart — mindestens 40 bis 50 Prozent der Bausparsumme müssen zusammengekommen sein. Dann kann die Bausparkasse das Darlehen bewilligen.

Das ist der Moment, wo alles anders wird. Das Geld, das Sie gespart haben, wird die Grundlage für ein Darlehen. Sie erhalten einen Kreditvertrag mit einem Zinssatz, der bereits im Bausparvertrag festgelegt war — nicht flexibel wie bei normalen Hypotheken, sondern fix für 10, 15 oder sogar 20 Jahre.

Jetzt zahlen Sie nicht mehr Sparraten ein. Jetzt zahlen Sie Darlehensraten zurück. Die Raten sind oft ähnlich groß wie die Sparraten, manchmal sogar etwas höher. Sie zahlen über viele Jahre — der Vertrag läuft häufig 10-15 Jahre in der Darlehensphase.

Das Wichtigste: Der Zinssatz war schon lange festgelegt. Das ist ein großer Vorteil. Wenn die Marktzinsen in der Darlehensphase nach oben gehen, spielt das für Sie keine Rolle. Sie zahlen den Satz, der vor Jahren vereinbart wurde.

Sparphase vs. Darlehensphase — die wichtigsten Unterschiede

Sparphase
Was Sie tun:

Regelmäßig Geld einzahlen

Dauer:

Normalerweise 7-10 Jahre

Staatsförderung:

Ja — Wohnungsbauprämie und ggf. Arbeitnehmersparzulage

Zinsen:

Niedrig, aber Ihnen gehört nur das Ersparte

Darlehensphase
Was Sie tun:

Darlehensraten zurückzahlen

Dauer:

Üblicherweise 10-15 Jahre

Staatsförderung:

Nein — aber garantierter Zinssatz

Zinsen:

Fix vereinbart, kein Risiko bei Zinsanstieg

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Wann wechselt man von einer Phase in die andere?

Der Übergang ist nicht automatisch. Sie können nicht einfach sagen: “Jetzt will ich Darlehen.” Die Bausparkasse entscheidet, wann Sie reif für die Darlehensphase sind.

Normalerweise passiert das nach einer Wartezeit. Die Bausparkasse wartet, bis Sie mindestens 40-50 Prozent der Bausparsumme gespart haben. Das dauert typischerweise 7-10 Jahre, wenn Sie regelmäßig einzahlen.

Aber es gibt Ausnahmen. Manchmal wird man schneller zugeteilt — wenn die Bausparkasse weniger Sparaufträge als Darlehensanforderungen hat. Manchmal dauert es länger — wenn viele Leute sparen wollen.

Wichtig: Sie können die Zuteilung nicht einfach ablehnen und weitersparen. Wenn die Bausparkasse sagt “Jetzt!”, dann müssen Sie handeln. Aber Sie können auch aktiv nachfragen, ob Sie früher das Darlehen bekommen können.

Finanzberater und Kunde bei einem Gespräch über Bausparvertrag-Bedingungen, am Konferenztisch mit Dokumenten und Grafiken

Worauf Sie achten sollten

Sparphase richtig nutzen

Nehmen Sie die Wohnungsbauprämie mit. Wenn Sie die nicht beantragen, schenken Sie dem Staat Geld. Die meisten Sparer vergessen das. Dabei ist es oft eine Geldmaschine — bis zu 9 Prozent Rendite bei der Arbeitnehmersparzulage.

Zinsgarantie in der Darlehensphase

Der Zinssatz in der Darlehensphase ist seit Jahren fest. Das ist beruhigend. Sie wissen genau, was Sie zahlen. Keine Überraschungen, keine Zinsspitzen. Das kann in einem teuren Markt wertvoll sein.

Die Gesamtdauer ist lang

Sparphase + Darlehensphase = 17-25 Jahre. Das ist ein großes Commitment. Wer nach 10 Jahren vorzeitig aussteigen will, verliert oft. Überlegen Sie: Kann ich das durchziehen?

Vergleichen Sie die Konditionen

Nicht alle Bausparkassen sind gleich. Die Zinssätze in der Darlehensphase unterscheiden sich deutlich. Ein halbes Prozent mehr ist über 15 Jahre richtig Geld. Vergleichen Sie vorher.

Fazit: Zwei Phasen, eine Strategie

Ein Bausparvertrag ist kein Zufallsprodukt. Es’s ein strukturiertes System mit zwei klar definierten Phasen. Die Sparphase baut Vermögen auf — mit Hilfe des Staates. Die Darlehensphase macht dieses Vermögen zum Fundament für ein Darlehen mit garantiertem Zinssatz.

Wer versteht, wie diese Phasen funktionieren, kann bessere Entscheidungen treffen. Man weiß, was auf einen zukommt. Man weiß, worauf man achten muss. Und man kann die Vorteile nutzen, die jede Phase bietet.

Die beste Strategie? Verstehen Sie zunächst die Sparphase vollständig. Nutzen Sie alle Förderungen. Dann, wenn die Darlehensphase kommt, profitieren Sie von dem, was Sie aufgebaut haben.

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Wohnungsbauprämie verstehen
Michael Hoffmann, Senior Finanzberater

Michael Hoffmann

Senior Finanzberater und Redakteur

Seit 16 Jahren Finanzexperte für Bausparverträge und staatliche Wohnungsbauprogramme mit umfassender praktischer Erfahrung in der Baufinanzierung.